Kiev
Manchmal wundere ich mich über unseren Mut „gewisse Projekte“ anzufassen. Dazu gehört sicher auch diese Story: Wir bauen eine Colocation in Kiev.
Angefangen hat es eigentlich ganz harmlos. Auf dem jährlichen Symposium in Odessa (Ukraine) kam die Idee auf , einen Local Meet-Me Room in der Ukraine zu betreiben.
Also flog Matthias nach Kiev, um fest zu stellen, welches „neutrales“ Telehaus sich dafür eignen würde. Das Einzige, welches er fand, entsprach gelinde gesagt nicht unseren Qualitäts-anforderungen.
Was nun? Da half nur eins, selber ein „Telehaus“ bauen. Hierbei wurden wir tatkräftig durch einen langjährigen Kontakt, nämlich Vladimir Scherbinin unterstützt.
Er baute einen Kontakt zu einem örtlichen Industriellen namens Sergey auf, welcher ein optimales Areal mit dem dementsprechenden Gebäuden besaß.
Nachdem wir uns einig über die Mietkonditionen waren, konnte der behördliche Hürdenlauf los gehen. NewTelco Ukraine wurde gegründet, Anwälte wurden beschäftigt. Das System Ukraine wurde nach und nach von uns verstanden. Und nach einem Jahr und reichlich Flügen war es geschafft.
Parallel wurde bereits ausgebaut, wobei die Materialhürden so gross waren, dass wir uns entschieden, alles in Deutschland fertigen zu lassen und in einem sehr grossen Transport nach Kiev zu schaffen. Hierbei hatten wir allerdings nicht mit dem Zoll gerechnet.
Alles musste deklariert werden: welcher Motor, welcher Generator, wie gross ist der Tank, welche Starterbatterie mit welcher Säure.
So ging das über die USV, die Batterien zur USV, das Batteriegestell die Sicherungsschränke ect., ect. Wenn jemand das Wort „Zoll“ erwähnt, bekomme ich Kopfschmerzen.
Na, ja. Nachdem wir mit etwas „Nachtrag“ auch die Ladung aus dem ukrainischen Zoll hatten, konnte aufgebaut werden. Es wurden extra 2 Trans-formatoren angebunden, Doppelboden verlegt, Klima angeschlossen, Kabel gezogen, Rohre verlegt.
Und siehe da. Nachdem auch dieses geschafft war, kam eine Colocation „Made in Germany“ in der Ukraine dabei heraus.
Da war doch noch was? Ja, der Local Meet-Me Room, mit dem alles angefangen hatte.
Selbstverständlich wurde auch dieser installiert und nun sind wir komplett.
Dann bleibt nur noch zu sagen: Prost, Nastrovie, auf das nächste Projekt.